Sedlak Rissland Architekten

Waldkinderhaus

Beschreibung:
Realisierungswettbewerb 2016 - 1. Preis, zusammen mit raum 3 Architekten, 6-gruppige Kindertagesstätte
Bauherr:
Gemeinde Walldorf
Standort:
Walldorf
Zeitraum:
2016-
Realisierung:
seit 2016
Fertigstellung:
voraussichtlich 2018
BGF:
1.880 m²

Waldkinderhaus Walldorf

Der Grundkörper des neuen Kinderhauses besteht aus einem ruhigen eingeschossigen Baukörper. Durch seine Platzierung auf dem Grundstück und zwei tiefen Einschnitten nimmt das Gebäude sowohl die Achse zum Vorplatz als auch zum Garten/Landschaftsraum auf und verbindet beide Bereiche im Inneren miteinander.

Das Kinderhaus wird von Südwesten über die Anliegerstraße “Neue Heimat” erschlossen. Von der Straße aus führen zwei parallele Verbindungen zum Gebäude, ein Fußweg

und ein Weg für den motorisierten Verkehr. Beide sind durch einen begrünten Parkierungsstreifen voneinander getrennt, was einen sicheren Weg für Groß und Klein zum Kinderhaus garantiert. Über den Fahrweg erfolgt das Holen und Bringen der Kinder mit dem Auto. Aber auch die Anlieferung und Entsorgung erfolgt hier, und stört die übrigen Abläufen im Gebäude nicht.

Das Kinderhaus öffnet sich mit einladender Geste zum gepflasterten Vorplatz, ein überhöhtes Vordach verbindet den Eingang mit dem Foyer und dient der Adressbildung. Vom Foyer aus öffnet sich das Haus aber auch über einen Hofeinschnitt zum Garten und zum Wald. Natur und Gebäude verschmelzen miteinander, das Kinderhaus wird zum “Waldkinderhaus”.

Alle sechs Gruppen sind baugleich auf einer Ebene um den Gartenhof angeordnet. Dadurch sind sie flexibel nutzbar. Im Bedarfsfall kann eine Gruppe für Unterdreijährige jederzeit in eine Gruppe für Überdreijährige umgewandelt werden. Dienende Räume wie die Küche, Vorbereitung und Verwaltung, aber auch die Gemeinschaftsräume (Speiseraum, Multifunktionsraum) sind auf kurzem Wege erreichbar. Kosten für einen Lift sind nicht vorhanden. Statik-, Brandschutz- und Fluchtwegekonzept sind durch die eingeschossige Lösung einfacher und wirtschaftlicher darstellbar. Die Barrierefreiheit ist garantiert und dadurch der Inklusionsansatz im Konzept integriert.

Der Baukörper ist geprägt durch sein einfaches und klares Erscheinungsbild. Die differenzierte Grundrissausbildung fördert die Begegnung, Annäherung und Kommunikation zwischen den Kindern, bietet auf der anderen Seite aber auch eine Lebenswelt mit Rückzugsmöglichkeiten und angenehm entspannter Atmosphäre. Integration, Gemeinschaft und individuelle Förderung müssen sich gegenseitig nicht ausschließen.

Das Tageslichtspektrum wird im gesamten Gebäude und im Gartenhof erlebbar. Vorgelagerte Terrassen orientieren sich zu allen Richtungen hinaus, ermöglichen interessante  Ausblicke zur Landschaft und zum Sportpark.

Die kombinierbaren Essbereiche dienen als gemeinsamer Treffpunkt.

Die Gänge werden durch Aufweitungen und Sitzmöglichkeiten zu gemeinschaftlichen Erlebnisräumen mit Aktivzonen und Ruhezonen. Sie sind gleichzeitig aber auch kindgerechte Orientierungsinseln und für das Personal gut einsehbare Orte mit größtmöglicher Übersicht.